Tiau Thai – Individuell nach Thailand

Essen in Bangkok

Was ist das Wichtigste in Thailand – Richtig. Das ist Essen. Die Thais haben eine komplett andere Einstellung gegenüber Essen, wie wir sie haben. Wir sind erzogen worden, dass es Frühstück, Mittagessen und Abendessen gibt. Auf Sonntag wird am Nachmittag vielleicht auch noch mal Kaffee und Kuchen eingeschoben.

Mobile Stände - Sathorn Road

An diese starren Vorgaben halten wir uns besonders auch im Berufsleben. In Thailand wird genau dann gegessen, wenn nur ein Fünkchen Hunger aufkommt und dann muss es schnell gehen 🙂 Wenn ein Thai Hunger hat, dann meint er nicht er freue sich schon aufs Mittagessen in 2-3 Stunden. Nein, es muss jetzt und sofort etwas gegessen werden. Da gibt es wirklich keine Kompromisse.
Wer zu Fuß durch Bangkok geht, der kann sich vorstellen wieso die Thais so sind. Es gibt rund um die Uhr die Möglichkeit sich mit dem köstlichsten Essen zu versorgen. Das ganze Leben dort dreht sich ums Essen und das ist wirklich nicht übertrieben.

Mobile Garküchen

Egal wo Ihr hin geht in Bangkok, Ihr werdet auf die kleinen mobilen Garküchen treffen. In Sachen Erfindungsreichtum sind bei den Thais keine Grenzen gesetzt. Man schafft es auf einem Gepäckträger eines Fahrrads einen Grill zu installieren. Danach werden dort kleine Spieße gegrillt und an die Passanten verkauft. Andere wiederum haben auf dem Moped ein Walzwerk mit Kurbel installiert. Hier wird dann der zähe Tintenfisch verzehrfertig gepresst. Wer günstig essen möchte, ist bei den Garküchen absolut richtig. Für ein einfaches Gericht wie Phad Si juu mit Hühnchen wird dort ca. 30-40 Baht aufgerufen und das Essen kommt Euch dann auf umgerechnet ca. 1 Euro.

Strassenstände / Garküchen in Saphan Kwai

Das sind Preise über die man nicht meckern kann. Geht Ihr dasselbe Gericht in einem Restaurant in einer Touristen Gegend essen, dann könnt Ihr durchaus bis 200 Baht dafür bezahlen. Wer bezüglich der Hygiene Angst hat, geht am besten an die Garküchen, die am meisten frequentiert sind. Ich sage aber auch immer, wer mit einer Garküche Geld verdienen möchte, der kann es sich nicht leisten schlechtes Essen zu verkaufen. Die Konkurrenz ist einfach zu groß, als dass man hier schludern könnte und die Thais sind einfach zu verwöhnt mit gutem Essen. Ich habe mir in den vielen Urlauben bisher noch nichts einfangen und ich habe fast täglich dort gegessen.

In Saphan Kwai habe ich eine Lieblingsgarküche. Der junge Mann hat auf einem Moped eine Herdplatte, mit einem Meter Durchmesser. Die Stahlplatte wird mit Gas erhitzt und man sollte auf keinen Fall darüber nachdenken was der deutsche TÜV zu einer solchen Konstruktion sagen würde. Aber auf alle Fälle, macht er das leckerste Pad Thai das ich jemals gegessen habe. Auf Wunsch sagt man noch was man gerne im Phad Thai möchte (z.B Shrimps – in Thai: Gung, Hähnchen – in Thai: Gai oder Schweinefleisch – in Thai: Muh) und schon packt er es ab und gibt noch ein paar frische Kräuter plus klein gehackte Erdnüsse dazu. Kosten tut das Ganze dann 50 Baht und ist ein wirklicher Gaumenschmaus.

Zu meinen Favoriten gehören auch die mobilen Obststände in Bangkok. Man hat dort überall die Möglichkeit schnell etwas Obst einzuschieben. Hier in Deutschland vergisst man das zu oft, aber in Thailand kommt man daran einfach nicht vorbei. Wenn Ihr Obst an einem Stand kauft, dann achtet mal darauf wie der Verkäufer das Obst in kleine Stücke schneidet. Er steckt das größere Stück z.B. Ananas in eine Plastiktüte und schneidet dann durch die Tüte das Obst. Keine Ahnung wie das funktioniert, denn die Tüte ist anschließend heil und die Ananas in kleine Stückchen geschnitten. Ich bin immer wieder verblüfft darüber 🙂

Obst Strassenstand in Bangkok

Suppenküchen

Oft direkt an der Straße finden sind kleine Garküchen, die sich auf Nudelsuppen spezialisiert haben. Eigentlich war ich vorher noch nie so ein großer Suppenfan, aber in Thailand gönne ich mir öfters mal eine direkt an der Straße. Meist stehen an der Küche kleine Plastikstühle mit Klapptischen. Als Getränk bekommt man in Alutassen, normales Trinkwasser mit Eis.

Garküche in der Nähe von Metrostation Sam Yan

Auch wenn das Wasser nicht gegen die Schärfe der Suppe hilft, ist es trotzdem recht erfrischend für den ersten Moment. In dieser Hitze noch eine Suppe mit viel Chili zu essen, das öffnet wirklich jede einzelne Pore und das T-Shirt klebt bald am Körper. Wenn man etwas zu essen bestellt ist es von Vorteil, wenn man ein paar wichtige Wörter in Thai kann. Ein wichtiges Wort ist das Wort für Schärfe – phed. Wenn man nicht so scharf essen möchte, dann fügt man der Bestellung einfach: “mai phed” hinzu. Trotzdem ist es dann immer noch recht scharf für uns, aber im Vergleich wie es die Thais essen, ist es “Hobby scharf”. Übrigens freuen sich die Thais, wenn ein Farang wegen der Schärfe lustig das Gesicht verzieht und rot anläuft 🙂 Das scheint irgendwie Nationalsport sein, den Farang auslachen, wenn er eine rote Birne vom Essen bekommt.

Ich hatte mal ein Erlebnis im Nachtzug von Surathani nach Bangkok. Ich hatte mein Menü im Zug für den Abend bestellt. Das Essen beinhaltete auch eine Tom Yam Gung Suppe und es wurde gegen 19.00 Uhr serviert. Als mir der Schaffner das Essen brachte, wartete er kurz noch bei mir, denn er wollte wohl sehen wie ich mit der Suppe klar kam. Die Tom Yam Gung hatte gefühlte 1 000 000 Scoville und brachte mich fast zum Kollabieren. Der Schaffner rief sofort den Betten Service Typen, mit den Worten: “Farang gin ahaan phed maak” (Der Ausländer hat scharf gegessen) 🙂 Beide lachten sich wirklich schlapp und sie hatten wie ich Tränen in den Augen. Natürlich gab es unterschiedliche Gründe für die Tränen. Ich nahm das Ganze aber auch mit Humor und habe mir seitdem angewöhnt vorher zu fragen, wie scharf das Essen ist.

Food Court

Kommen wir nun zu den klimatisierten Essenmöglichkeiten. In nahezu jedem größeren Shopping Center befindet sich ein sogenannter Food Court. Ich gehe besonders gerne in den Food Court des Platinum Shopping Centers (6. Stock). Wenn Ihr mit Frau oder Freundin dort seid, könnt Ihr Euch sicher besseres vorstellen als Kleider einzukaufen. Viele sind nicht der Typ, der gerne hinterher dackelt und die Tüten trägt 🙂 Ihr könnt Euch dann einfach in den Foodcourt absetzen und die bessere Hälfte shoppen lassen.

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Im Food Court müsst Ihr Euch erst mal eine Karte an der Kasse besorgen und diese mit ein wenig Geld aufladen. In der Regel reichen 200 Baht locker dafür. Danach schaut Ihr Euch die einzelnen Essenstation einfach mal an und sucht Euch Eure Favoriten aus. Die meisten Gerichte kosten dort so ca. 40-60 Baht und es gibt dort in vielen Fällen noch Reis dazu. Getränke könnt Ihr auch über die Karte kaufen und den Restbetrag der Karte könnt Ihr Euch am Ende wieder auszahlen lassen. Wie ich finde ein praktisches System und vor allem gibt es dort immer recht viel unterschiedliches Essen.

Muu Gratha

Bei den Thais äußerst beliebt, sich zusammen mit Familie und Freunden zum Grillen zu treffen. Ein Muh Kratha ist sozusagen eine Art Open Air Buffet bei dem es schon recht heiß zugeht. Es werden euch ein Gasgrill und ein Pott mit glühenden Kohlen auf den Tisch gestellt. Ihr geht dann vor ans das Buffet und holt Euch Fleisch, Fisch und andere Meeresfrüchte. Diese werden dann auf dem Grill aufgelegt und nach und nach mit scharfen Soßen gegessen. Preise von solchen normalen Buffets gehen bei 150 Baht los und wenn es teurer ist, dann ist meist noch teureres Seafood mit dabei. Zur Unterhaltung gibt es meist noch Karaoke dazu und das alles in Thai Lautstärke. Das heißt der Farang bekommt noch einen “Tinnitus zum Mitnehmen”. Ich mag dieses Muh Gratha äußerst gerne und finde es eine schöne Art sich mit Freunden und Familie zu treffen.

OISHI, Shabushi …

In den größten Shoppingcentern könnt Ihr diese Art von Restaurants finden. Wer gerne japanisch Essen geht, der sollte in diese All Inklusiv Restaurants gehen.
Wir waren dieses Jahr (2014) im Siam Discovery Center und sind in das dortige OISHI GRANDE gegangen. Ja, es hatte wirklich einen stolzen Preis mit 750 Baht pro Person, aber dafür gab es dort die erlesensten Speisen. Das Sushi wird frisch von den dortigen Sushi Meistern hergestellt und es war wirklich ein Genuss. Man muss aber sagen, mehr wie essen kann man nicht und irgendwann schmeckt auch das beste Sushi nicht mehr. Antialkoholische Getränke sind dort inklusive und man kann sich so oft am Buffet bedienen wie man möchte.

Oishi Bangkok

Zu den normalen Oishi Läden ist der OISHI GRAND noch mal eine Steigerung.
Genauso verhält es sich mit den Shabushi Läden. Hier ist im Tisch eine Suppenschüssel eingefasst und man sitzt an Tischen entlang eine Laufbandes. Man nimmt sich die Speisen einfach herunter (z.B. Muscheln, Shrimps etc.) und wirft sie zusammen mit Gemüse in den Suppentopf. Wenn diese gar sind, werden sie auf dem Teller mit verschiedenen Soßen gegessen. Shabushi ist günstiger als Oishi, aber dafür bezahlt man dann die Getränke extra. Einen Shabushi findet Ihr im Siam Center, gleich direkt neben der Skytrain Haltestelle Siam.
Wenn Ihr in beiden Restaurants wart, dann fahrt am besten mit dem Taxi nach Hause, denn mit laufen ist danach nicht mehr sehr viel 🙂

Fazit:

Natürlich gibt es noch eine Fülle mehr an Möglichkeiten sich den Bauch in Bangkok vollzuschlagen. Das würde aber wohl den Rahmen sprengen. In zukünftigen Beiträgen, werde ich aber immer wieder mal ein Restaurant empfehlen das ich vorher getestet habe.

Wenn Ihr das erste Mal in Bangkok seid, dann taucht ein in die Geheimnisse der thailändischen Küche und merkt Euch eines beim Essen einer Durian Frucht: “Was scheiße riecht, das muss nicht scheiße schmecken!”


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