Tiau Thai – Individuell nach Thailand

Thai Massage

Ich erinnere mich noch gut an meine erste Massage in Bangkok. Damals hatte ich schier gar keine Ahnung was mich dort erwarten würde. Von meiner Schwester hatte ich Jahre zuvor gehört, dass sie in Ihrem ersten Thailand Urlaub einen Teil ihres Urlaubsbuget´s in Thai-Massage investiert hatte und ich musste das dann natürlich auch mal ausprobieren. Ich hatte mir eine einstündige Ölmassage für 400 Baht (ca. 10 Euro) geleistet. Man bekam im Vorfeld ein Tablett mit verschiedenen Duftflakon´s gereicht und man konnte sich das Öl aussuchen, mit welchem man später massiert wurde. Ich entschied mich für einen Lavendelduft. Das Öl macht zum einen die Haut sehr geschmeidig und zum anderen soll der wohlriechende Duft für die höchstmögliche Entspannung sorgen.

Massage Shop

Mir wurde dann zu Beginn eine Masseurin zugewiesen. Meine Masseurin war ca. 45 Jahre alt und kam aus dem Nord-Osten Thailands. Bevor es weiter ging, wurden meine Füsse erst vorher in warmem Wasser gewaschen. Anschließend wurde ich von Ihr in den oberen Stock geleitet. Dort gab es einen großen Raum, den man über einen schmalen Gang begehen konnte. Rechts und links davon befanden sich Massageplätze, auf welchen Massage Matratzen lagen.
Ich wurde zu den hintersten Plätzen geleitet, welche durch Vorhänge getrennt waren. Dort wurde ich dann angewiesen mich meiner Kleider zu entledigen. Es stellen sich jetzt viele die Frage, ob man alle Kleider ausziehen muss. Nein, muss man nicht – es sei denn Ihr seid in einer Massage die auf etwas anderes abzielt 🙂 Man bekommt dort eine Einmalunterhose, die man vor der Massage anziehen soll. Man legt sich nun auf den Bauch und wartet ab bis nach einigen Minuten die Masseurin kommt. Den Einmalslip bekommt man deshalb, dass die eigenen Kleider nicht durch das Öl verschmutzt werden. Bei einer Ölmassage wird in den meisten Fällen nicht mit Öl gespart, also kann ich nur jedem raten diese Unterhosen zu nutzen 🙂



Zuerst wird der komplette Rückenbereich und der hintere Bein/Fussbereich massiert. Normalerweise wird man auch vorher gefragt, wie stark die Massage sein soll. Ich persönlich sage immer Medium, aber Ihr werdet sehen, dass Medium von jede(m)(r) Masseur(in) ein wenig anders interpretiert wird. Wenn es Euch zu fest sein sollte, dann sagt einfach “Nuad Thai Bao Bao, khrab/kah” (Übersetzung: “Die Thaimassage bitte softer”) oder wenn Ihr von der Masseurin gefragt werdet: “Dscheb mai ?”, dann antwortet Ihr darauf “Dscheb khrab(Mann) oder Kah(Frau)”. “Dscheb mai” ist eine Frage und bedeutet: “Ist es zu fest?”. Wenn Euch die Massage zu sanft ist, dann könnt Ihr die Antwort auch verneinen mit “Mai dscheb”. Die Massage verläuft eigentlich immer nach dem selben Muster. Erst kommt die hintere Partie, dann heißt es umdrehen (“Muun”) und der vordere Teil wir massiert. Zum Schluss wird man aufgefordert, den Hinterkopf in den Schoß der Masseurin zu legen und es folgt noch eine 5-10 minütige Kopfmassage. Zu allerletzt klopft die Masseurin noch mal den Körper ab und man weiß dann die Massage ist fertig. Wenn die Massage gut war, dann bedankt man sich mit einem “Khob khun khrab/Kha. Nuad Thia dii mak”. (“Vielen Dank, die Thaimassage war sehr gut”)

Massage Shop II

Ich hatte mich nach meiner ersten Thai Massage wieder angezogen und bin dann wie auf Wolken nach unten gelaufen. Ich wusste in diesem Moment, dass es bestimmt nicht das letzte Mal war, dass ich eine Massage besucht habe. Innerlich hatte ich in diesem Augenblick schon einen “Thai-Massage Fanclub” gegründet, denn ich war definitiv jetzt ein Fan davon.
Im unteren Raum wurde ich dann aufgefordert mich hinzusetzen und ich bekam noch einen Tee gereicht, den ich gemütlich austrinken durfte. Ich bezahlte anschließend beim Kassier die 400 Baht für die Ölmassage und bekam dann auch gleich von der Masseurin meine Strassenschuhe gebracht. Wenn man in eine Thaimassage geht, gibt man die Schuhe ab und wir aufgefordert die gebrachten Hausschuhe zu tragen.
Beim Verlassen des Massage Salon´s wurde mir die Tür von der Masseurin aufgehalten und ich bedankte mich noch mal mit 50 Baht Trinkgeld bei Ihr. Es ist so üblich, dass man beim Verlassen des Salons der Masseurin ein Trinkgeld gibt. Ich bin allerdings der Meinung man sollte hier nicht übertreiben und in Relation zum Massagepreis sein Trinkgeld vergeben. Man sollte es ungefähr wie bei einem Restaurantbesuch handhaben. Dort gebe ich, wenn ich zufrieden bin, ca. 10 – 15 % des Rechnungspreises. Bei einem Massagepreis von 200 Baht ist es übertrieben ein Trinkgeld von 100 Baht zu geben. Hier sind 30 Baht das höchste der Gefühle.

Hier noch mal kurz die gängigen Massage Angebote in Thailand.

Klassische Thaimassage:
Hier wird komplett ohne Öl gearbeitet und die Massage besteht hauptsächlich darin den Körper zu dehnen und die Beweglichkeit wieder herzustellen. Zudem ist die Thaimassage eine Massage Art wo es schon ein wenig härter zu geht. Viele von Euch haben sicher schon einmal Berichte im Fernsehen gesehen, in denen zierliche Masseurinnen mit den Füssen auf den Körpern Ihrer Kunden laufen. Das kann Euch unter anderem auch mal passieren, aber so schlimm wie es aussieht ist es nicht. Die Massage kann man sich wie passives Yoga vorstellen, denn man wird von der Masseurin geleitet. Was ich aber doch ein wenig seltsam finde, dass die Thaimassage weniger kostet wie eine Ölmassage. In Bangkok beginnt der Preis bei einer Thaimassage bei ca. 170 Baht in der Stunde. In touristischen Vierteln ist sowieso alles ein wenig teurer und man darf dort mit ca. 250 Baht rechnen. Viele Leute schwören auf die Thaimassage und es lassen sich deren Beschwerden damit relativ gut lindern. Wichtig ist, dass Ihr eine gute Masseurin findet, denn Massage ist nicht gleich Massage. Auch hier gibt es schwarze Schafe. Ein Zeichen für Qualität ist es, wenn jemand die Wat Pho Massageschule besucht hat. Noch zu erwähnen ist, dass man vor der Massage einen Thai Massage Anzug gereicht bekommt, der ungefähr so aussieht wie ein Schlafanzug. Diesen solltet Ihr mit Euren Strassenklamotten tauschen. Dadurch ist es möglich, den Körper möglichst bequem zu dehnen und zu bewegen.

Fußmassage:
Für mich ein absolutes Muss, wenn ich mal einen Tag durchgehend auf den Beinen war. Es gibt nichts besseres, wenn man den ganzen Tag auf Märkten herum turnt und sich danach eine Fußmassage gönnt. Damit könnt Ihr Abends noch locker in diversen Disco´s abtanzen.
Eine Fußmassage beschränkt sich nicht nur auf die Füße, sondern auf das ganze Bein. Die Füße werden hier mit einem Holzstäbchen über spezielle Druckpunkte (Fußreflexzonen) bearbeitet. Das kann unter Umständen schon mal leicht schmerzhaft sein. Wenn es Euch zu fest ist, dann macht Euch bemerkbar. In der Regel wissen aber die Masseure/innen welche Kraft sie anwenden müssen. Fußmassage kostet in den meisten Fällen das selbe wie eine Thaimassage. Bevor Ihr massiert werdet, bekommt Ihr aber erst noch die Füsse in leicht warmem Wasser gewaschen. Eine solche Fußmassage würde ich mir in Deutschland in jeder Wanderhütte wünschen und da ließe sich bestimmt Geld damit verdienen.

Öl Massage:
Ich hatte ja im oberen Text schon beschrieben, was man unter einer Ölmassage versteht. Die Massage ist immer wesentlich teurer als klassische Thai Massage oder Fußmassage. Wenn man relaxen und abschalten möchte, dann gibt es nichts besseres.

Kräuterstempel Massage:
Diese Massage ist ein Mix aus Thai Massage und Öl Massage. Am Ende der Massage wird der Körper mit einem Käuterstempel behandelt. Ein Kräuterstempel ist ein Leinentuch, in welches Kräuter (Kampfer, Zitronengras, Kaffir, Limette, Galangawurzel etc) gegeben werden. Dieser Stempfel wird mit heißem Wasserdampf erhitzt und dann später auf den Körper gepresst. Diese Art von Massage soll den Stoffwechseln anregen und Entzündungen in den Muskeln lindern.

Es gibt natürlich noch einige andere Massage Arten, die zusätzlich von manchen Salons angeboten werden. Ich würde sagen, wenn Ihr nicht sicher seid, was sich dahinter verbirgt, dann fragt das Personal danach und es wird Euch sicher kurz erklärt.

Wenn ich in Deutschland Probleme mit dem Rücken hatte, dann bin ich zum Arzt und der verschrieb damals in vielen Fällen Massage mit vorherigen Fangopackungen. Die Massage ging nicht länger als 20 Minuten, aber so richtig gut fühlte ich mich danach auch nicht.
Thai Massage ist komplett anders als eine uns bekannte medizinische Massage. Was nun medizinisch besser ist, darüber kann ich natürlich kein Urteil fällen, denn ich bin ja auch nicht vom Fach. Für mich sind die Massagen in Thailand jedenfalls ein wichtiger Wohlfühlfaktor und es gehört einfach zu einem tollen Urlaub in Thailand mit dazu.

Man muss auch beachten was man in Deutschland für eine Thai Massage bezahlt. Bei mir um die Ecke in Frankfurt im Nordend bezahlt man für eine Stunde Thai Massage 39 Euro. Das wären umgrechnet fast 1600 Baht. Davon kann man sich in Thailand 4 Stunden Ölmassage gönnen. Das ist doch schon ein gehöriger Unterschied.

Noch ein kurzer Tipp wenn Ihr Euch auf einen Massage Laden festgelegt habt. In Thailand sind schon lange vor uns die Rabatt und Bonuskarten eingeführt worden. Die Thai´s sind ganz verrückt auf diese Bonussysteme. In vielen Massageshop´s gibt es daher soganannte Bonuskarten. Bei 10 Massagen gibt es eine Gratis. Wer länger in Thailand bleibt, für den ist das sicherlich interessant. Ich erinnere mich bei meiner Stammmassage hatte ich 2010 fast drei Karten voll. Die dritte Karte machte ich dann bei meinem nächsten Aufenthalt voll. Die Karten wurden dann von meiner Frau eingelöst und sie hat sich über die Massagen nach Ihrem harten Arbeitstag gefreut. Leider gibt es die Massage nicht mehr, weil Sie in Saphan Kwai einen nagelneuen Apartment Komplex dort hingestellt haben. Schade, aber Bangkok verändert sich so ungeheuer schnell.

Wie erkennt man eine gute Thai Massage:
Meine Frau sagt immer, bei einer guten Thai Massage sitzen die Masseurinnen nicht draussen vor der Tür und warten auf Kunden. Ich habe das in einigen Touristen Gebieten an der Sukhumvit in Bangkok beobachtet. Dort findet man es öfters so vor, dass die Mädels aufreizend angezogen vor der Tür sitzen und den Kunden ein “Welkaaam” oder “Maaaasaaa” hinterher rufen. Für Leute die einen “speziellen” Service möchten, ist das wohl die richtige Adresse. Die ein oder andere Masseurin verdient sich dort wohl durch Zusatzleistungen ein wenig dazu.

Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, wo Ihr am besten aufgehoben seid, dann fragt einfach mal im Hotel nach, welchen Massagesalon diese empfehlen können.

Zum Schluß noch ein lustiger Clip über “Happy Ending” 🙂

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