Tiau Thai – Individuell nach Thailand

Surin (Isaan)

Eigentlich hatte ich gar nicht geplant diese Stadt zu besuchen. Ich hatte eigentlich geplant 6 Nächte in Buriram zu verbringen. Ich recherchierte schon in Deutschland, welches Hotel ich in Buriram buchen wollte. Aber leider war an dem Wochenenende im Februar komischerweise kein Hotel über Agoda zu buchen. Oder besser gesagt, die Hotels welche frei waren, kamen für mich einfach nicht in Betracht.

Das hat mich auch irgendwie gefuchst und ich habe dann herausgefunden wieso da nichts frei war. In Buriram war an diesem Wochenende auf der dortigen Moto GP Rennstrecke ein Marathon für jedermann. Die Teilnehmen mussten ja auch irgendwo schlafen und daher war alles ausgebucht.

Da hiess es für mich dann improvieren und ich kam auf die Idee vorher 2 Nächte nach Surin zu fahren, bevor ich weiter nach Buriram fahre. Gesagt getan und als ich in Bangkok war habe ich dann den Transport über Nakhon Chai Air gebucht. Jetzt fragt sich bestimmt jeder, was ist denn das für eine Fluggesellschaft. Das ist überhaupt keine Fluggesellschaft … das ist ein Busunternehmen. Aber wenn Ihr mit denen fahrt, dann wisst Ihr wieso die sich so nennen. An Komfort ist das echt kaum zu überbieten.

Ich hatte das Ticket online gebucht und zwar bin die Hinfahrt mit der Gold Class gefahen. Dieses hatte eine 2-2 er Bestuhlung und ich meine es war nur 10 Reihen im Bus. Es gibt auch noch den First Class Bus und der hat eine 2-1 Bestuhlung pro Reihe. Die Sitze sind äusserst komfortabel und man kann diese elektrisch zurückfahren und super schlafen. Es gibt sogar eine Massage Funktion in den Sitzen. So müsste Busfahren in Deutschland sein und ich würde nur den Bus nehmen

Hier gibt es ein Video davon:

Das Ticket kostete mich 430 Baht auf dem Hinweg von Bangkok mit der Gold Class. Auf dem Rückweg hatte ich dann ab Buriram einen First Class Bus, mit einer noch besseren Bestuhlung.
Während der Fahrt bekommt man auch zu Essen und zu Trinken, also fast so wie in der Business Klasse beim fliegen. Ich denke, daher kommt auch der Name der Busgesellschaft.

Achja, noch etwas zum buchen des Tickets. Das kann man ganz locker online über die Website von Nakhon chai air erledigen. Nach Abschluss der Buchung bekommt man einen Buchungscode und mit diesem geht man in den nächsten 7Eleven und bezahlt das ganz einfach. Der Beleg ist dann das Ticket für die Busfahrt.

Es war also eine super Busfahrt und nach 7 Stunden bin ich dann am Busbahnhof in Surin angekommen. Strategisch günstig habe ich mich für das 100 Meter entfernte Majestic Hotel direkt am Busbahnhof entschieden.

Schon ein wenig in die Jahre gekommen und nicht mehr so modern, aber es tut´s für die kurze Zeit.
Nachmittags angekommen habe ich erst mal zu Fuss ein wenig die Stadt erkundet. War unter anderem auch hier:

Es war mächtig heiss und ich hatte irgendwie nicht das Gefühl, dass am Nachmittag viele Leute unterwegs sind. Insgesamt ist Surin schon eine etwas ruhigere Stadt.
Was ich aber sofort bemerkt habe, dass die Leute noch einen ticken freundlicher sind wie in meinen bisherigen Station in Thailand.
Ich habe mir ja zum Ziel gesetzt auch Destinationen ausserhalb der Touristenströme zu besuchen. Hier hatte ich das Gefühl, dass ich goldrichtig bin. Aktuell ist es ja so, dass die Haupttouristen Orte von Chinesen überlaufen werden und als westlicher Ausländer hat man das Gefühl dort nicht mehr gebraucht zu werden. Alles in diesen Orten hat sich wesentlich verteuert. Im Isaan gehen die Uhren noch ein wenig anders und ich könnte mir gut vorstellen, meinen ganzen Urlaub in dieser Region zu verbringen. Hier hat man auch alles was man möchte und es ist preislich alles ein wenig billiger.

Surin hat nur ca. 40 000 Einwohner, also geht das dort auch alles ein wenig gemächlicher zu.
Einmal im Jahr ist dort allerdings ein Riesenauflauf. Surin ist bekannt als die Provinz der Elefanten. Einmal im Jahr findet dort ein riesiges Fest statt in welchem die ganzen Elefanten prachtvoll geschmückt in riesigen Zügen in der Stadt unterwegs sind. Das ist mal so richtig eindrucksvoll. Dieses Fest findet immer am dritten Wochenende in November statt. Wer mal richtig beeindruckt werden möchte, der sollte dorthin.

Unweit der Stadt befindet sich auch das bekannte Dorf Baan ta Klang. Das ist auf alle Fälle einen Ausflug Wert. Dort hat jede Familie einen Hauselefanten und im Dorf alleine Leben ca. 200 Elefanten. Allerdings ist das auch ein wenig touristisch aufgezogen mit diversen Vorführungen.
Surin war ursprünglich auch eine alte Khmer Siedlung und in der Gegend um Surin finden sich viele alte Ruinen der Khmer Tempel. Kambodscha ist nicht weit und daher auch dieser Einfluss.

Bevor ich nach Thailand flog hatte ich mich mit einigen Thai´s unterhalten und erzählte denen, dass ich nach Surin reise. Die sagen ja immer über mich, dass ich irgendwie verrückt sei. Aber dort sollte ich besonders aufpassen, in Surin wäre es gefährlich, es würde dort Menschen geben, welche die schwarze Magie beherrschen. Wir aus Deutschland glauben ja eher nicht an Geister, aber die Thai´s sind wirklich mit diesem Geisterglauben erzogen. Da sollte man sich auch auf keinen Fall lustig drüber machen. Jedenfalls bin ich wieder heil zurück gekommen und ich denke, ohne dass mich jemand verhext hätte.

In meinen Hotel gab es auch einen Pool den ich am späten nachmittag aufgesucht habe. Nichts modernes aber zum abkühlen super

Im Hotel hatte ich mir dann mal Gedanken gemacht, was man am Abend anstellen könnte. Ich bin dann über recherche im Netz darauf gestossen, dass es rund um das Thong Tarin Hotel so etwas wie ein Nachtleben gibt.
Das lag ca. 500 Meter von meinem Hotel entfernt und konnte bequem zu Fuss erreicht werden.
Ich bin dann am Abend dorthin gelaufen und bin in eine Billard Bar von einem Norweger eingekehrt. Dort war ich auch ne Weile und habe mich über den Ort erkundigt. Ich traf auch einige DACHler die dort leben und die mir ganz gute Infos geben konnten.
Ich hatte gehört, dass es in Surin auch einen Tawandang geben sollte. Wer es nicht kennt, das ist eine Kette von Musikhallen, die man von Bangkok in Richtung Nord, Nord-Osten in fast jeder größeren Stadt findet. Dort spielt meist eine exzellente Band und es wird eine super Bühnenshow geboten.
Diese Läden werden zu 99 % von Thai´s besucht. Ich war vor Jahren schon mal in Bangkok und war damals schon begeistert.
Ca 200 Meter vom Thong Tarin Hotel war dieser Tawandang und ich bin einfach mal neugieriger Weise dorthin gelaufen. Wollte eigentlich erst gar nicht rein. Wollte einfach nur mal schauen. Aber die Türsteher haben mich dann so freundlich gebeten reinzukommen, da konnte ich nicht nein sagen.
Das war auch genau richtig so, denn es entwickelte sich dann auch zu einem super Abend mit vielen tollen Begebenheiten.

Dort weiss man auch, warum Thailand so anders ist. Das fängt schon damit an, dass sich ein Herren Service und Massage Team im Toiletten Bereich befindet. Es ist ja nicht so mein Ding und ich schicke die Typen immer gleich wieder weg. Sogar wenn man am Pissoir steht, wollen die ungefragt eine Nackenmassage machen. Am Waschbecken bekommt man dann ein heisses Tuch gereicht und ein Anderer massiert einem die Schulter. Irgendwie komisch, aber den Thai Männern gefällt das. Für die ist das normal. Die haben da nicht so berührungsängste. In Deutschland mag man sowas doch eher nicht. Es passiert auch nicht selten, dass man gute Thai Freunde (nicht homosexuell) Hand in Hand laufen sieht. Andere Länder andere Sitten. In Thailand wundere ich mich schon lange über nichts mehr.

Auf alle Fälle wurde diese Nacht eine lange Nacht mit viel Tanz und Getränken. Obwohl ich alleine dort rein bin, hatte ich ganz schnell Anschluss. Man wird oft aufgefordert sich zu den Thais an den Tisch zu setzen, um zusammen zu trinken. Einfach lustig und im Isaan kommt mein Basic “thai” ganz gut zur Geltung. Ich war aber auch überrascht, dass es einige junge Leute gibt, die recht gut englisch sprechen.

Es scheint den Thais auch überhaupt nichts auszumachen, dass sie am nächsten Tag arbeiten müssen. Heute ist heute und morgen ist morgen. So leben sie und da kann man sich in manchen Dingen eine Scheibe abschneiden.

Ich bin dann mit den letzten Leuten aus dem Tawandang raus und bin am nächsten Morgen mit leichten Kopfschmerzen aufgewacht. Habe mich ready gemacht, um noch ein wenig die Stadt zu erkunden und mir bei dieser Gelegenheit auch ein Zugticket für die Fahrt von Surin nach Buriram am nächsten Tag zu kaufen.

Der Bahnhof ist auch zu Fuss gut zu erreichen, wenn nur da nicht die Hitze wäre. Wer zu faul zu laufen ist, es gibt überall Taxi´s oder Tuk Tuks. Da das Hotel am Busbahnhof liegt, kommt man von dort überall hin.

Bahnhof in Surin

Die Fahrt von Surin nach Buriram dauert ca. 50 Minuten lt. Plan und es war auch kein Problem sich ein Ticket zu kaufen. Ich habe mir ein Ticket für die 3. Klasse gekauft. Dort ist Thailand noch wie vor 20 Jahren oder länger 🙂
Der Preis des Tickets hat mich verblüfft. Die Fahrt kostet wirklich nur 29 Baht, das sind bei aktuellem Kurs weniger wie ein Euro. Günstiger geht es nicht und dazu bekommt man noch ein Erlebnis in Form einer Zugfahrt.

So sieht ein Zugticket in Thailand aus 🙂

Anschließend bin ich noch ein wenig in der Stadt umher gelaufen und wurde desöfteren angesprochen, was mich denn nach Surin verschlägt. Jeder fragte mich, ob ich wegen der Liebe in Surin bin 🙂 Sie konnten irgendwie nicht glauben, dass ich einfach interessiert bin, neue Städte und Gegenden kennenzulernen.

Und Surin kann ich wirklich jedem empfehlen. Mir hat es hier sehr gut gefallen. Die Leute sind unheimlich freundlich, das hat mich beeindruckt. Mir hat mal jemand erzählt, dass man im Isaan eigentlich nicht verhungern kann, wenn man kein Geld hat.
Wenn jemand Deine Notlage erkennt, dann wird man ganz sicher mit Essen versort.
Das erinnert mich immer wieder an den Clip den es auf youtube zu sehen gibt: “I hate Thailand” – Genau das macht das Land aus. Und die Aussage des Thais stimmt: “No money no problem, no friend … problem”

Am Abend habe ich noch gut gegessen. Ich hatte ein gutes Restaurant gefunden bei dem ich mich mal klimatisiert abkühlen konnte. Anschließend hatte ich mich noch mit ein paar Thais getroffen, die ich am vorherigen Abend im Tawandang kennenlernte. Das wurde auch noch mal ein lustiger Abend und ich musste Ihnen ein Versprechen geben, dass ich wieder mal nach Surin komme, denn meine Zeit dort wäre viel zu kurz gewesen. Noch kaputt von der Vornacht bin ich diesmal ein wenig früher ins Bett und habe mich gefreut hier gewesen zu sein. Da ich so kurz in der Stadt bin, reichte es einfach nicht das Umland zu erforschen und ich bin mir sicher das lohnt sich.

Am nächsten Tag hiess es dann Abschied nehmen. Mit dem Tuk Tuk bin ich mit Koffer zum Bahnhof gebracht worden und pünktlich um 12:17 Uhr kam der Zug aus Ubon Ratchathani um mich dann nach Buriram zu bringen.

Im Zug erwartete mich dann eine spannende Fahrt mit offenen Fenstern und alle paar Minuten kam ein Händler vorbei um Essen und Trinken zu verkaufen.

FAZIT: Surin ist eine Reise Wert und wer es Leid hat sich mit Horden von Chinesischen Touristen herumzuschlagen und nicht mehr das Gefühl hat, dass er in Thailand ist, der sollte sich überlegen auf das Land auszuweichen. In Thailand gibt es noch so viele tolle Ecken, die sich lohnen bereist zu werden. Preislich werdet Ihr dort auch besser gestellt als in den Touristen Hotspots. Wer Thailand richtig kennenlernen möchte, der sollte an solche Orte wie Surin fahren.

Mir hats gefallen und ich komme sicher wieder … denn Kontakte hat man schnell dort geknüpft !

Was gefällt Euch in Surin und welche Tipps habt ihr ? Bitte hinterlasst doch einen Kommentar.

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